Mit Eveline Wild ist erstmals eine Frau „Köchin der Köche“

Auszeichnung zur Köchin der Köche Eveline Wild

Foto: Veronika Egretzberger/VKÖ

Zum ersten Mal seit dem 25jährigen Bestehen der Auszeichnung „Koch/Köchin der Köche“ geht dieser Titel im Jahr 2018 an eine Frau: Die Pâtissière Eveline Wild (37) wurde am Laurentiustag (10.8.), dem Feiertag der Köchinnen und Köche in Salzburg bei einer großen Feier ausgezeichnet. Mike P. Pansi als Präsident Verband der Köche Österreichs und sein Vize Alexander Forbes Jr. begrüßten dazu u.a. Alain Hostert (Worldchefs Continental Director Europe Central). Die höchste Auszeichnung des VKÖ für verdienstvolle Köche ging an die Pâtissière-Weltmeisterin Eveline Wild, die für viele junge Konditorinnen und Konditoren ein großes Vorbild ist. Die aktuelle “Köchin der Köche” ist Fernsehzusehern aus “Frisch gekocht“ seit 2012 ein Begriff. Für den Kochverband gilt Eveline Wild seit einigen Jahren als Talent und eine Größe der heimischen Gastronomie.

.

Auszeichnung für Frauenpower

.

Mit der erstmaligen Vergabe an eine Kollegin und Pâtissière setzt der Kochverband Österreich ein starkes Zeichen. KonditorInnen sind ein wichtiger Part der Branche, schließlich wird in Österreich die Kultur der Mehlspeisen und qualitätsvollen Desserts hochgehalten. Das 25-Jahr-Jubiläum der Auszeichnung wurde mit der „längst überfälligen Wahl einer Frau“ würdig begangen: „Was Wild für die heimische Koch- und Konditorkultur geschaffen hat, ist großartig. Sie gibt nicht nur Wissen und Leidenschaft weiter, sondern teilt Ideen und ihr Können und das über die Grenzen des Konditorfaches hinaus. Sei es im Fernsehen über verschiedene Formate oder als Ausbildner im eigenen Betrieb, sie ist eine Bereicherung auf jeder Ebene. Und dafür sagen wir vom VKÖ Danke und gratulieren zur Auszeichnung Köchin der Köche 2018!“ erklärt Mike P. Pansi. Die Wahl wurde vom gesamten Österreich Vorstand und den Bundesland Delegierten getroffen.

.

Zur Person:

Eveline Wild wurde 1980 in Innsbruck geboren und absolvierte dort die Ausbildung zur Konditorin in der Konditorei Valier. 2003 erfolgte ihre Meister- und Ausbildnerprüfung mit ausgezeichnetem Erfolg. Im Anschluss war sie in großen Häusern u.a. als Chef Patissier im Hotel Central – Sölden und Restaurant Steirereck – Wien und seit 2010 beim „Wilden Eder“ tätig. Seit September 2012 ist sie Mitglied der Fernseh-Kochshow „Frisch gekocht“, saß in der Jury bei verschiedenen Formaten und wurde „Patissier des Jahres“. Wild und der Gastronom Stefan Eder aus St. Kathrein am Offenegg in der Steiermark sind seit 2009 erfolgreiche Lebens- und Geschäftspartner sowie Eltern eines Sohnes.

https://www.eveline-wild.at/

Die mit den Dingen spielen

Künstlerische Nachwuchs-Positionen standen am Mittwoch, den 9. Mai, beim 27. Figurentheaterfestival Homunculus (Hohenems/Österreich) auf dem Programm der Rudolf-von-Ems-Preisverleihung. Die Sieger sind Marius Alsleben und Arnaud Grandjean, zwei Studenten aus Stuttgart.

.

Drei Produktionen von Figurenspielern der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart ritterten um den mit 2.500 Euro dotierten Figurentheaterpreis der Stadt Hohenems. Das Stuttgarter Figurentheaterstudium steht für das Spiel mit Dingen – die Studenten setzen sich in Bezug zu Material, Objekten, Puppen und Körpern. Die drei Miniaturen des Hohenemser Theaterabends entstanden in Kooperation mit dem Studiengang Szenographie der Haute école des arts du Rhin Straßburg. Durch den Abend führte Intendantin Susi Claus aka Mrs. Kikki, die weise Bordkatze, eine Titanic-Überlebende.

.

Kunststoffkanister erinnern an Osterinsel-Skulpturen

Das Duo Marius Alsleben (Spiel) Arnaud Grandjean (Musik/Geräusche) gewann sowohl den von einer Fachjury wie einer Publikumsjury bewerteten Bewerb mit seiner Produktion „20 Liter“. Juroren waren Elisabeth Wolber (Puppenbühne Götzis), Theaterpädagogin Nina Fritsch und Kulturstadtrat Johannes Drexel. Das Spiel mit 35 blauen Kunststoffkanistern welche sich im Laufe des Stücks zu Gesichtern, Figuren, Treppen und Klangkörpern entwickeln, überzeugte neben einzelnen Juroren vor allem das Publikum. Das Publikumsvoting war auch das Zünglein an der Waage, um das nicht einstimmige Juryergebnis für den Gesamtpreis zu entscheiden.

.

Auseinandersetzung mit sich selbst

Das zweite Stück, Confetti, von Emilien Truche wurde im intimen Rahmen eines kleinen, verdunkelten Seminarraumes dargeboten. Ein Mann, der sich selbst in Form einer lebensecht wirkenden Puppe gegenübersitzt  – eine Performance über das Berühren und berührt werden – sich näherkommen und entfernen. Figurenspielerin Anne Brüssau brachte als dritten Bewerbs-Beitrag für die düster-anspruchsvolle Darbietung „In my Room!“. Ein dunkler Raum mit schwachem Licht – eine Figur, die ihre eigene Haut abschält, Enge und Angst. Seelenschwärze und am Schluss – Licht! Die eigensinnigen, anregenden künstlerischen Nachwuchs-Positionen mit großteils offenem Schluss begeisterten – alle drei Stücke ernteten viel Applaus.

.

Großzügige Geste begeisterte

Festivalpräsident Günter Bucher und Stadtrat Johannes Drexel überreichten den mit 2.500 Euro dotierten Haupt- sowie den mit 500 Euro ausgelobten Publikumspreis. Beide gingen offiziell an Marius Alsleben und Arnaud Grandjean. Die Gewinner erklärten sich auf der Bühne spontan bereit, das Preisgeld auf alle drei Nachwuchs-Compagnien aufzuteilen. Chapeau! Mit einer DJ-Party ging die lange Nacht der jungen Puppenspieler im Löwen-Foyer schließlich in den Morgen über.

.

Rudolf-von-Ems-Preis

Der Rudolf-von-Ems Kleinkunstpreis wurde 2008 das erste Mal im Rahmen des Figurentheaterfestivals Homunculus vergeben. Namensgeber ist der Epiker Rudolf von Ems 1200 bis 1254, der u.a. „Der gute Gerhart“ geschrieben sowie eine „Weltchronik“ (unvollendet) verfasst hat.

Marius Alsleben

Siegerstueck 20 Liter

Fuchs, Geißlein, Wölfe und ein Wal

Das 27. Internationale Figurentheaterfestival Homunculus wird wieder tierisch, aber nicht nur: Wolf und Fuchs, Geißlein und Amsel, ja sogar fliegende Schildkröten haben ihre bestaunenswerten Auftritte vom 3. bis 11. Mai 2018 in Inszenierungen verschiedenster Puppentheatercompagnien auf der Bühne des Hohenemser Löwensaales.

.

Der Homunculus-Festivalauftakt am 3. Mai 2018 mit dem Stück „Das wird ein Nachspiel haben“ ist Programm: Die groteske Komödie um einen alten Clown von und mit Susi Claus und Peter Müller läutet das erste Festival unter der neuen künstlerischen Leitung von Susi Claus ein und ist eine Österreichpremiere. Die „neue Welle“ im H 27-Logo symbolisiert übrigens die Premierensaison von Susi Claus. Zu „Puppen, Pointen und Poesie“ gesellt sich „Stürmische See“ als Untertitel, wie sich das im Stadtbild auswirken wird, wird erst im Frühjahr 2018 verraten. Planungssicherheit für die neue künstlerische Leiterin garantiert die Kooperationsverlängerung mit Hauptsponsor Raiffeisen bis 2020. Ein neuer Gastropartner ist u.a. dieCafé/Bar „Vorkoster“.
.
Ein Fuchs. Und Moby Dick
Die erste Kindervorstellung am Freitag, den 4. Mai „Der Wolf und die sieben Geißlein“ der „Gebrüder Grimmig“ ist eine Vorarlberg-Premiere, bei der die allein erziehende Frau Ziege mit dem Mistkerl von Wolf zu kämpfen hat. Die Erwachsenen bekommen am selben Abend „Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor“ von „Freaks und Fremde“ serviert. In der Kinonacht um 21.30 Uhr kämpft Gregory Peck als Käptn Ahab zum wiederholten Mal gegen Moby Dick. Am Samstagnachmittag (5. Mai) steht die Kinderversion vom Fuchs, der den Verstand verlor, auf dem Programm.
.
Samstagabendkonzert „Deutsche Romantik, reloaded“.
Mit ihrem Konzertprogramm „Deutsche Romantik Reloaded“ wandeln Bobo und Sebastian Herzfeld  auf den Spuren großer Dichtkunst und verbinden Gedichte der deutschen Romantik mit ihrem einzigartigen musikalischen Kosmos. Am Samstagabend spielen sie mit Yegor Zabelov, dem bekanntesten Akkordeonisten der weißrussischen Off-Szene im Trio. Spätnachts geht es nochmals mit dem Wolf und den sieben Geißlein ins Kellergewölbe des Löwenberg-Hauses (Schweizer Str. 3) als besonderem Aufführungsort. Vor dem traditionellen sonntäglichen Familienbrunch im Löwenfoyer (6. Mai) sorgen Peter Müller und Oliver Dassig um 10.30 Uhr mit „Herr Trautsich geht hinter den Vorhang und weint“ für eine kleine Schöpfungsgeschichte über die Elemente des Theaters.
.
Wochenstart mit Schneewittwchen

Anna Rampe bestreitet am Montag, den 7. Mai mit ihrer Schneewittwchen-Interpretation zwei unterhaltsame Kindervorstellungen für Kinder ab sechs Jahren. Abends sorgt das Theater Zitadelle mit „Vier Millionäre“ für die dritte Fortsetzung der „Berliner Stadtmusikanten“-Story mit Frau Kuh, Herrn Wolf, Frau Katze und Herrn Spatz, die immer noch im Altersheim „Zum Sonnenschein“ wohnen… Regina Wagner vom Theater Zitadelle ist auch am Dienstag, den 8. Mai in „Frau Meier, die Amsel“ zu sehen. Ein Stück in dem das Unmögliche möglich wird. Der Dienstagabend gehört Dakar mit „HIN IST HIN“, einer theatralen Collage für Puppen und Menschen frei nach dem Roman „Der ewige Spießer“ von Ödön von Horváth. Eine weitere Österreichpremiere bei Homunculus!
.
Rudolf-von-Ems-Kleinkunstpreis
Puppenspielerin Cordula Nossek ist „Homunculus“-Freunden seit Jahren wohlbekannt. Dieses Jahr ist sie mit „Flying Turtles“, einer verrückten Schildkrötenliebesgeschichte, zu Gast bei den Kindervorstellungen und feiert am Mittwoch, 9. Mai Vorarlbergpremiere. Am Abend wird ab 20 Uhr wieder um den Rudolf-von-Ems-Kleinkunst-Preis gerittert, im Anschluss daran mit DJ Flookie im Foyer gefeiert. Donnerstag, den 10. Mai, geht es weiter mit einer Schöpfungsgeschichte: Joachim Torbahn bestreitet sein Stück „Aus dem Lehm gegriffen“ knetend und erstmals in Vorarlberg. Die Erwachsenenvorstellung zeigt „Die Geierwally“ des Ensembles „Die Exen“ als Vorarlbergpremiere. Ein Abend inmitten vergilbter Alpenromantik in der Handpuppen ernsthaft versuchen, diesen gewaltigen Filmstoff wegzuschleppen!
.
Altbekanntes und eine neue Band
Auch am letzten Festivaltag, Freitag, den 11. Mai, werden die Exen ein bekanntes Motiv aufgreifen und als Vorarlbergpremiere aufführen: „Das hässliche Entlein“ (14.30 Uhr) ist ein Roadmovie das zeigt, wie verheerend Vorurteile sein können. Den Abschlussabend bestreitet das Figurentheater St. Gallen mit der Österreichpremiere „Gertrud tritt auf und Frau Jacobi muss mit“. Versprochen wird ein beschwipst heiterer Abend zwischen Puppe und Mensch. Garantiert ausgelassen wird es auch bei der Abschlussparty um 22 Uhr wenn die neue Band „Of Horses and Men“ in die Gitarrensaiten greift. Karteninfo: www.homunculus.info

Interview mit Yvonne Hofstetter

Die Themen Digitalisierung, Schutz von Privatsphäre und Demokratie, Automatisierung und Künstliche Intelligenz werden uns rascher und intensiver beschäftigen als uns bewusst oder lieb sein mögen. Yvonne Hofstetter ist Unternehmerin und in einem Teil dieser Bereiche “daheim”. Ihre Sicht der Dinge wurden in einem Interview in Bregenz im November 2017 eingefangen.

Nachlese zu Sigrid Hutter (+)

Meine Freundin und Mitarbeiterin, die Künstlerin Sigrid Hutter, ist im Juli verstorben. Das hat den Workflow von wortwerk etwas durcheinander gebracht. Es war menschlich ein Drama. Es ist beruflich ein Verlust. Mein Ansporn sind die Vorbereitungen einer größeren Publikation über die Künstlerin Sigrid Hutter. Sie ruhe in Frieden.

« Frühere Einträge